Medizinische Heilhypnose

"Man kann den Körper nicht ohne die Seele heilen und die Seele nicht ohne den Körper."  (Griechische Weisheit)

Hypnose ist eine der wirkungsvollsten Therapien, um auf psychischer und physischer Ebene Veränderungen hervorzurufen und dauerhaft zu festigen. Da über 80% unseres Verhaltens unbewusst gesteuert werden, lässt man in Hypnose das Unterbewusstsein für sich arbeiten und neue Wege oder Lösungen finden.

Wie alt angewandte Hypnose wirklich ist, kann man nicht mit Bestimmtheit sagen. Die ersten Ansätze kommen aus den alten Ritualen traditioneller Heilweisen vor mehreren tausend Jahren. Um 1800 existierte in Berlin eine „magnetische Klinik“ in der mit Trancezuständen und Energie gearbeitet wurde. Die Hypnosetechniken und das Hypnoseverständnis wurden weiter entwickelt und im 19. Jahrhundert wurden in Europa unter hypnotischer Schmerzabschaltung erstmals Zähne gezogen. Dr. James Esdaile berichtet von über 300 Operationen – darunter auch Amputationen – die er unter hypnotischer Anästhesie durchführte. Mit der Entdeckung des Lachgases und des Äthers verschwand die Hypnose ab 1850 zunehmend aus dem medizinischen Wirkungskreis.

Milton Erickson und andere Therapeuten entwickelte ab 1950 in den USA eine eigene Form der Hypnosetherapie, die einen Grundstein für die heutige Arbeit legte. Seit dieser Zeit gehört die Hypnose zur Grundausbildung amerikanischer Medizinstudenten. Nach den Grundlagen Milton Ericksons arbeiten heute die Ärzte in der DGH (Deutsche Gesellschaft für Hypnose)sowie Therapeuten der NGH (National Guild of Hypnotists). Selbstverständlich werden alle Verfahren immer weiterentwickelt. Die Wirksamkeit der Hypnose wurde an der Universität Tübingen in mehreren hundert Studien validiert und schließlich vom wissenschaftlichen Beirat als großes Therapieverfahren anerkannt.

Anwendungsgebiete

  • Korrektur negativer bzw. unerwünschter Verhaltensweisen wie Rauchen
  • Hilfe bei Gewichtsreduzierung
  • Blockadelösung bei  z.B. Lernblockaden; Blockaden nach Misserfolgen;
  • Entspannung bei psychosomatischen Beschwerden z.B. hoher Blutdruck; Schweißausbrüche
  • Schmerzreduktion oder Schmerzausschaltung z.B. bei Zahnbehandlungen
  • Angstlösung z.B. Angst vor Spritzen; Flugangst etc.
  • Positive Beeinflussung des Immunsystems
  • Bewusstmachen von beruflichen oder privaten Zielen und positive Beeinflussung ihrer Erreichbarkeit und Durchsetzung
  • Positive Beeinflussung bei unerfülltem Kinderwunsch

"Der Reisende ins Innere findet alles, was er sucht, in sich selbst." (Laotse)

Mythen über Hypnose

„In der Hypnose werde ich manipuliert“

Jeder Therapeut, der einer der o.g. Verbände angeschlossen ist, verpflichtet sich bestimmten ethischen Grundsätzen. Alles was unter Hypnose dem Klienten suggeriert wird, ist vorher mit ihm besprochen und abgestimmt. Zudem wird niemand unter Hypnose Dinge tun, die er nicht auch im normalen Zustand tun würde.

„Nur bestimmte Menschen sind hypnotisierbar“

80% der Menschen sind normal hypnotisierbar, 10% sind sehr schnell hypnotisierbar – nur bei 10% kann es Schwierigkeiten geben. Das steht aber eher mit der nicht vorhandenen Bereitschaft des Klienten zur Hypnose in Zusammenhang. Prinzipiell kann man sagen: „ Je mehr sie wollen und erwarten, desto weniger wird gelingen“

„Hypnose wirkt immer sofort oder gar nicht“

Auch die Hypnose braucht etwas Zeit um im Körper und in der Psyche komplett anzukommen – bis zu 72 Stunden sind normalerweise die Zeitspanne in der die Wirkung sich einstellt. Ausnahmen sind die Raucherentwöhnung und die Schmerzabschaltung – diese Verfahren sind anders ausgelegt und wirken deshalb innerhalb kürzerer Zeit. Aufgrund dessen sind mehrere Termine zur Festigung zu empfehlen.

„Alles nur Show“

Leider wird die therapeutische Hypnose oft mit der Show-Hypnose in einen Topf geworfen. Die Show-Hypnose arbeitet meist mit hoch-suggestiblen Menschen – die Hypnotiseure finden die geeigneten Personen im Publikum schnell heraus – und die Wirkung hält, wenn überhaupt, nur kurze Zeit an. Zudem wollen die Personen aus dem Publikum natürlich auf der Bühne möglichst eine gute Figur abgeben.

„In Trance ist man völlig willenlos“

Sicherlich ist das Bewusstsein ein Stück zurückgenommen in der Hypnose, aber die gesunde Schutzfunktion des Gehirns ist immer intakt. Falls der Klient mit einer Suggestion nicht einverstanden ist, wird die Hypnose  bzw. der Trancezustand aufhören. Zudem werden qualifizierte Therapeuten immer das Wohlergehen ihres Klienten im Auge haben. Seriöse Hypnotiseure brechen keine Widerstände, sondern führen den Klienten nur so weit, wie er es zulässt und es ethisch vertretbar ist.

„Show-Hypnose ist ungefährlich“

Nein – unter Hypnose können längst „vergessene“ Gefühle oder Situationen wieder ins Bewusstsein kommen. Durch das schnelle Hin- und Herwechseln in der Showhypnose wird diese Möglichkeit noch verstärkt. Der Therapeut muss dann in der Lage sein, die Situation positiv zu beeinflussen oder besser noch, in einer gründlichen Anamnese (Vorgespräch) existierende traumatische Erlebnisse und Situationen zu erfragen und darauf vorbereitet zu sein.

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